Die Julikrise 1914


Die Julikrise 1914 in der Aktenüberlieferung des Politischen Archivs

Wenige historische Kalenderdaten fanden in letzter Zeit eine solche Aufmerksamkeit wie der hundertste Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs. Eine Flut neuer Publikationen ist erschienen und hat intensive Diskussionen weit über den Kreis der Fachleute hinaus angeregt. Das Interesse an der Julikrise des Jahres 1914 scheint neu erwacht, gerade auch in Deutschland.

Die Druckausgabe der Zwanziger Jahre

Die im Politischen Archiv verwahrten Dokumente zur Julikrise bilden eine zentrale Quelle zum Verständnis des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. Bereits kurz nach Kriegsende hat Karl Kautsky, nach der Novemberrevolution 1918 im Auftrag des Rates der Volksbeauftragten Beigeordneter im Auswärtigen Amt, eine Druckausgabe dieser Dokumente vorbereitet, die dann im Auftrag des Auswärtigen Amts von Max Graf Montgelas und Walter Schücking herausgegeben wurde.

Wer dazu mehr wissen möchte, findet eine ausführliche Darstellung hier:

Geschichte und Hintergründe der Edition

Die Originalakten als Faksimile

Der Wortlaut ist durch die Druckausgabe seit langem bekannt. Wer diese Quellen allerdings im Original auswerten wollte, musste bislang den Lesesaal des Politischen Archivs aufsuchen. Erstmals liegen jetzt sämtliche Originale zu den Dokumenten der „Kautsky-Edition“ als digitale Faksimiles vor.

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Der Vorteil der Originale

Reine Geschäftsgangsvermerke, aus denen zu erkennen ist, was wem wann vorgelegen hat, wurden in der Druckausgabe nicht immer vollständig wiedergegeben. Bei den in Konzeptform vorliegenden Dokumenten sind meist nur im Original sämtliche Änderungen des Entwurfs zu erkennen – und damit der häufig quälende Entscheidungsprozess. Durch vollständige Wiedergabe der Originale ist also ein Erkenntnisgewinn gegenüber der Druckausgabe zu erzielen.

Wer mehr zu den aktenkundlichen Fragen wissen möchte, findet weitere Hinweise hier:

Diplomatische Dokumente lesen

Die Internetpräsentation

Die Präsentation der Digitalisate erfolgt mit Hilfe des „DFG-Viewers“, der eine Ansicht der Dokumente in drei Vergrößerungsstufen ermöglicht. Die Navigation innerhalb der einzelnen Dokumente erfolgt über Pfeiltasten, die das Blättern ermöglichen, bzw. eine seitliche Navigationsleiste.

Als Lesehilfe zu den Originalen ist ein nicht vom Auswärtigen Amt erstelltes, im Internet verfügbares Digitalisat der ersten Auflage (1919) der gedruckten „Kautsky-Edition“ verlinkt. Die erweiterte Auflage von 1927 enthält noch einige weitere Dokumente. In diesen Fällen wird neben dem Original als Lesehilfe die Druckversion von 1927 angeboten. In wenigen Fällen haben Kautsky und die Herausgeber für die Druckausgabe auf Dokumente zurückgegriffen, deren Originale nicht vom Auswärtigen Amt stammen oder heute als Verlust anzusehen sind. Der Vollständigkeit wegen gibt die Internetpräsentation auch diese Dokumente wieder, dann allerdings nur in der Druckversion.

Die Register der Druckausgabe erleichtern die Suche innerhalb des Dokumentenbestandes:

Namensregister

Nach Absendern geordnetes Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Telegrammnummern

Julikrise 1914

Handschreiben des russischen Zaren an den Kaiser